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Vortrag am 24. März 2009 beim Rotary-Club in Pattaya / Thailand Da Sie, meine Damen und Herren wissen, daß ich aus Bayern komme, möchte ich Sie mit einem herzlichen „Grüß Gott“ begrüßen. Mein Name ist Horst Drechsel, ich bin der Schwager von Hubert Meier und ich komme aus Brannenburg im schönen Inntal, das auf der Strecke München – Innsbruck liegt. Ich freue mich, daß ich zu Ihnen über das sehr interessante Thema „Trinkwasser“ sprechen darf. Als Vorstand eines Wasserversorgers in unserer Region, wir versorgen ca. 19.000 Haushalte, möchte ich Ihnen einige wichtige Punkte zu diesem Thema vortragen. Mit einem bekannten Satz von Johann Wolfgang von Goethe werde ich meinen Vortrag beginnen: „Alles ist aus dem Wasser entstanden und alles wird vom Wasser erhalten“ Wasser ist in jeder Form eine Faszination. Nicht umsonst wird die Erde „Blauer Planet“ genannt. Den berechtigten Namen hat sie bekommen, weil über 70% ihrer Oberfläche mit Wasser bedeckt sind. Wasser hat unsere Erde geformt, Leben geboren und unsere Evolution bestimmt. Auch unser Körper besteht zu 70 - 80% aus Wasser und fast alle körperlichen Funktionen sind direkt vom Wasser abhängig. Wasser ist das Lebensmittel Nr. 1 und das Lebenselixier schlechthin. Nur wer ausreichend sauberes Wasser trinkt, betreibt Gesundheitspflege par excellence. Im Laufe eines Lebens trinkt der Mensch zur Aufrechterhaltung seiner biologischen Funktionen und Organstruktur etwa 25.000 Liter Wasser. Trinken wir wirklich ausreichend das so wichtige Element? Oder sieht unsere tägliche Flüssigkeitsaufnahme meistens anders aus? Es gibt viele Gründe, täglich viel gutes Wasser zu trinken. Da unser Körper kein Wasser bevorraten kann, braucht er ständig Nachschub. Im Laufe eines Tages werden etwa 2,5 Liter ausgeschieden, und das ohne besondere körperliche Anstrengung. Wasser erzeugt in jeder Körperzelle elektrische und magnetische Energie – es liefert die Kraft zum Leben. Ohne Wasser „läuft“ gar nichts. Wasser liefert der Zelle Sauerstoff und transportiert die verbrauchten Gase von den Zellen in die Lunge, damit sie ausgeatmet werden können. Wasser trinken hält fit und verbessert das körperliche Leistungsvermögen. Es bringt Lebensfreude und hält vor allem jung. Liebe Zuhörer, dies ist alles leicht gesagt, aber es gibt genügend Länder auf der Welt, wo Trinkwasser alles andere als sauber ist und vor allem wo es gar keines mehr gibt. Vor einigen Wochen meldete zum Beispiel Peking, daß eine große Dürre im Norden von China die Ernte bedroht und mehr als 4 Millionen Menschen kein Trinkwasser mehr haben. Vor einer Woche meldete der Gouverneur von Kalifornien, Mr. Schwarzenecker, daß er, bedingt durch die großen Trockenperioden der letzten 6 Jahre, das Trinkwasser rationieren muß. In Zukunft wird es sicherlich weltweit große Engpässe in der Trinkwasserversorgung geben. Deshalb ist meiner Meinung nach schnelles Handeln wichtig, d.h. wo es möglich ist, Wasserversorgungen aufzubauen, Ressourcen gerechter zu verteilen und Armut zu lindern. Es geht uns Alle an, darüber nachzudenken. Wenn man die Zahlen liest, läuft es einem eiskalt den Rücken hinunter. Durch unsauberes Wasser entstehen Krankheiten, so daß alle 20 Sekunden ein Kind daran stirbt. Insgesamt kommen aus diesem Grund weltweit jedes Jahr ca. 1,5 Millionen Kinder und Jugendliche ums Leben. Mehr als 2,5 Milliarden Menschen müssen wegen der immensen Umwelt- und Wasserverschmutzung in unerträglichen hygienischen Verhältnissen ihr Leben fristen. Wasser ist Leben. Im Gegensatz zu Öl gibt es keinen Ersatz dafür. Unser trinkbares Süßwasser ist eine kostbare Rarität auf unserem Planeten. Die Unesco geht davon aus, daß ab dem Jahre 2020 die Süßwasservorräte nicht mehr ausreichen werden, um die Erdbevölkerung zu versorgen. Wir tun also gut daran, achtsam und sparsam mit unserem wichtigsten Lebensmittel umzugehen. Wenn man bedenkt, daß unsere Meere und Seen Nahrungsquellen und spezielle Eiweisquellen für Millionen Menschen sind, kann man nicht verstehen, daß unsere Gewässer weltweit als eine der größten Müllkippen verwendet werden. Von Chemie-Abfällen bis hin zu Resten aus der atomaren Wiederaufbereitung wird alles ins Meer oder in die Flüsse gekippt, nur um die Kosten der ordnungsgemäßen Entsorgung zu umgehen. „Aus den Augen – aus dem Sinn“ scheint hier der beliebteste Wahlspruch zu sein. All diese Dinge sind landläufig bekannt. Über viele Themen hören oder sehen wir täglich Berichte in den Medien. Doch für die meisten von uns ist Wasser nur das, was aus der Dusche kommt oder aus dem Wasserhahn immer zur Verfügung steht. Wer macht sich schon Gedanken darüber, wie es zum Endverbraucher kommt und wehe, wenn es einmal ausbleibt. Ich habe keine Ahnung und es interessiert mich sehr, wie die Trinkwasserversorgung in Thailand funktioniert. Im Internet habe ich ein paar Erkundigungen eingeholt, die sich nicht besonders positiv darstellten, da anscheinend das meiste Trinkwasser aufbereitet werden muß. In der Zeitung „Farang“ habe ich gelesen, daß es hier sehr häufig Wasserdiebstähle gibt. Dies ist meiner Meinung nach ein Zeichen der Wasserknappheit und wird z.T. benutzt zur persönlichen Bereicherung durch Wasserverkäufe an Hotels. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Rohwasser aufzubereiten. 1. Die mechanische
Aufbereitung
2. Die physikalische
Aufbereitung
3. Die chemische Aufbereitung Verunreinigungen, die sich einmal im Wasser befinden, lassen sich – wenn überhaupt – nur mit aufwendigen und teuren Verfahren wieder entfernen. Bei uns in Deutschland ist Trinkwasser das am strengsten kontrollierte Lebensmittel und darum gibt es auch Wasserschutzzonen, die das Grundwasser schützen sollen. Vom Gesetzgeber werden den Wasserversorgern anhand der Trinkwasserverordnung strenge Richtlinien und Kontrollen vorgeschrieben. Wir, in unserem Wasserwerk, entnehmen regelmäßig einmal im Monat Wasserproben und lassen sie auf einwandfreien Zustand sowohl in bakteriologischer als auch in physikalisch-chemischer Hinsicht im Spezial-Labor untersuchen. Untersucht wird: Trübung, Natrium, Chlorit, Sulfat, Nitrat, Nitrit, Eisen, Mangan, Blei, Chrom, Quecksilber, Selen, Colebakterien usw. Wir haben das große Glück, daß wir unser Trinkwasser zu 90% aus Grundwasser gewinnen. Wir pumpen unser Wasser aus 56 m Tiefe in unser Rohrleitungsnetz. Unser gewonnenes Trinkwasser ist absolut sauber und muß nicht aufbereitet oder gar gechlort werden. Zusätzlich gewinnen wir Wasser aus Quellen im Berg- bereich. Hier gibt es teilweise Probleme mit coliformen Keimen, die durch Kot-Einträge von Kühen oder Wild stammen. Wir sind gerade dabei, eine UV-Anlage zu bauen und zu installieren, um die Keime durch UV-Bestrahlung zu vernichten. Es ist besonders wichtig, alle Parameter einzuhalten. Die Bestimmungen bei uns sind sehr streng und wir müssen uns auch noch an die gesetzliche Euronorm halten. Noch vor ca. 10 Jahren waren die Anforderungen wesentlich einfacher. Heute werden unsere Quellen vom Gesundheitsamt schon wegen einem coliformen Keim gesperrt. Früher waren es vielleicht 20 – 30 Keime und trotzdem erkrankte niemand. Heute wird z.T. im hundertstel, tausendstel oder gar millionsten Bereich gemessen. Meine Damen und Herren, ich hoffe, ich konnte Sie mit meinem Vortrag zum Trinkwasser sensibilisieren, Wasser und Trinkwasser als oberste Priorität zu betrachten. Es ist ein großes Thema und muß es auch bleiben. Lassen Sie mich zum Schluss noch eine Geschichte erzählen, die wir, meine Frau und ich im vergangenen September in Tansania erlebten. Wir besuchten im Süden des Landes, in der Nähe der Stadt Njombe eine vor kurzem erbaute Schule und konnten dort das Problem „Trinkwasser“ vor Ort erleben. In dieser Schule werden 420 Kinder unterrichtet. Das Problem liegt darin, daß es in den Gebäuden kein Wasser und keinen elektrischen Strom gibt. Die Kinder müssen mit Eimern das Wasser über einen steilen Hang –ca. 300 Meter – aus einem Tümpel holen und zur Schule schleppen. Die Kinder taten uns sehr leid und ich versuchte eine bessere Möglichkeit zur Erleichterung für die Kinder zu finden. Es gelang mir zusammen mit den dortigen Herren eine Quelle zu entdecken. Von hier könnte man Wasser über eine Pumpstation und Rohrleitungen zur Schule bringen. Ich schlug den Offiziellen, sprich Bürgermeister, Schuldirektor und Lehrern vor, dieses Projekt vorzubereiten. Sie waren alle von der Idee und unserer angebotenen Hilfe sehr begeistert. Meine Bedingung war allerdings, daß sie sich an den Kosten beteiligen und die nötigen Vorbereitungen durchführen. Leider habe ich bis jetzt keine positive Rückmeldung erhalten. Das Projekt wird wohl daran scheitern, daß die nötigen Geldmittel nicht aufgebracht werden können. Hier konnte man das Problem Trinkwasser live erleben. Im Moment versuchen wir Sponsoren zu finden, die mit uns das Wasserprojekt unterstützen. Auch wenn andere Probleme, wie die Wirtschafts- und Finanzkrisen derzeit mehr in den Vordergrund rücken, sollte uns Allen der besondere Schutz des Wassers, auch im eigenen Interesse, am Herzen liegen. Ich möchte noch mit einem Spruch von Johann Wolfgang von Goethe enden: Des Menschen Seele gleicht dem Wasser,
vom Himmel kommt es, zum Himmel
steigt es Schicksal des Menschen - wie gleichst du dem Wind! Liebe Zuhörer, zum Schluß meines Vortrags bedanke ich mich für Ihre Aufmerksamkeit und bin gerne bereit, Ihre Fragen zu beantworten. Ich habe noch eine 22-minütige DVD über die Wasserversorgung der Stadt München mitgebracht. Wenn es Sie interessiert, können wir uns gemeinsam den Film anschauen. Diese Wasserversorgung ist zwar viele Dimensionen größer als die, die von mir betreut wird, aber im Prinzip ist sie ähnlich. Horst Drechsel RCPP Vortrag 24.3.09 Herr Horst Drechsel, Vorstandsvorsitzender der Wasserversorgung in Brannenburg / Inn berichtete über unser wichtigstes Lebensmittel, das Wasser. Er begann den Vortrag mit einem Zitat von Goethe. Unser Planet wird häufig „blauer Planet“ genannt, weil etwa 70 % der Erdoberfläche mit Wasser bedeckt sind. Auch unser Körper besteht zu einem großen Teil aus Wasser. Somit ist das Wasser für uns das Lebensmittel Nummer 1, es gibt die Kraft zum Leben, Wasser hält fit und gesund. Die Wasserversorgung im Alpenvorland ist ideal, denn das Wasser kann ohne weitere Zusätze als Trinkwasser benutzt werden. In vielen Teilen der Welt herrscht jedoch Wassermangel mit den Folgen Armut, Krankheit und hoher Kindersterblichkeit. Nach vorsichtigen Schätzungen wird etwa ab dem Jahr 2020 nicht mehr genügend Trinkwasser für alle Menschen vorhanden sein. Schon heute muss in vielen Gegenden Wasser chemisch oder physikalisch aufbereitet werden, um es trinkbar zu machen, so auch in Thailand In Deutschland gibt es ein Trinkwasserversorgungsgesetz, das strenge Normen setzt, deren Einhaltung auch durch Kontrollen überprüft wird. Herr Drechsel hat sein Referat mit einem weiteren Zitat von Goethe beendet. Im Anschluss haben wir einen Film über die Wasserversorgung der Großstadt München gesehen. Der Film hat vieles anschaulich gemacht, was wir vorher gehört haben. Siegfried Borchert
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